Er ist wieder da

Adolf Hitler ist wieder da. Zumindest seit er im neuen Kinofilm „Er ist wieder da“ (ab 8. Oktober in den Kinos) mitten in Berlin im Jahr 2014 aufgewacht ist. Redakteur Sawatzki macht die vermeintlich gute Imitation von Hitler ausfindig und verschafft seinem TV-Sender damit großes Comedy-Potenzial. Es folgen etliche Auftritte von Hitler in bekannten Comedy-Shows mit einfältigem Humor und unzählige Szenen, in denen er den Nationalsozialismus wieder aufleben lassen möchte. Nach einigen Höhen und Tiefen im Sender beschließt Sawatzki etwas konzeptionslos Hitlers Aufschriebe über seine „Auferstehung“ und seine Zeit im Jahr 2014 zu verfilmen – es geht in der Buchverfilmung also um eine Buchverfilmung.

„Er ist wieder da“ ist geprägt von echten dokumentarischen Szenen, die teilweise jedoch künstlich sarkastisch wirken. Hitler wird als „Held“ dargestellt, der witzig und begehrenswert ist. Mit knapp 2 Stunden finden wir den Film viel zu lang und haben den Eindruck, dass Szenen willkürlich zusammengestückelt wurden.

Fazit: Kein stringenter roter Faden, keine komplexen Handlungsstränge, sondern 2 Stunden erzwungener Humor, bei dem man nicht so recht weiß, ob man über Hitlers fragwürdige Äußerungen lachen darf.
3 von 10 Maiskörnern.

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3 Gedanken zu “Er ist wieder da

  1. Nur 3 von 10? Kann ich nicht nachvollziehen. Ich frage mich, ob ihr viel über die Entstehungsgeschichte des Films wisst (siehe Presseheft!). Hier die Kurzfassung: Zunächst wurde Oliver Masucci samt Maske und Uniform auf deutsche Bürger losgelassen. Aus den 380 Stunden Bildmaterial entstanden die dokumentarischen Aufnahmen der “besorgten Bürgern”. Danach wurden die fiktiven Teile gedreht, die dann an das Dokumaterial angepasst wurde. Daher wirkt auch alles wie aus einem Guss. Die Botschaft des Films kam gegen Ende klar heraus.

    Hier meine Kritik: https://filmkompass.wordpress.com/2015/10/15/er-ist-wieder-da-2015/
    Und hier meine Kurzkrittiq: https://de.krittiq.com/review/_lW05-er-ist-wieder-da

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    1. Hey franziska-t,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Auch wenn man es der Kritik vielleicht nicht “anliest”, aber uns ist der Entstehungshintergrund durchaus bewusst. Diese Beschreibungen in dieser Review wurde mit Absicht weg gelassen, weil wir versuchen wollen so lange Texte wie nötig und so kurze wie möglich zu verfassen, damit schnell klar ist, auf was sich der Zuschauer im Film einlässt. Der Zusammenschnitt aus den “echten” und den gespielten Szenen an sich ist auch gut gelungen. Das allerdings macht in unseren Augen aus dem Film keinen “Guss” sondern eher ein Stückwerk. Er springt von Punkt A zu Punkt B, mit einem nur mehr oder weniger existenten Zusammenhang. Aber das war ja nur ein Teil der Kritik, missfallen hat uns etwas der aufgezwungene Humor, auch dann bezogen auf die Botschaft am Ende des Films.
      Viele Grüße
      Florian

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  2. Ich finde das Fazit nicht schlecht. Ein bisschen erinnert mich der Rahmen der Handlung an die amüsante Geschichte „Herr Mozart wach auf“. In diesem Fall ist es das Wien der 2000er Jahre, wo er darauf erpicht ist, das Requiem zu vollenden. Und es ist ein Roman, kein Film. Dass man nicht weiß, wohin mit dem Lachen, halte ich vorm Hintergrund der zu erschütternden Ernsthaftigkeit des Themas nicht für verwerflich. Nach Charlie Chaplin hat es so gut wie keiner geschafft, diese bitterböse Figur der Historie in ihrem Gehabe zu parodieren, ohne dass es platt, aufgesetzt oder geschmacklos gewesen wäre. Das, was in diesem Film das Lachen zum Grenzfall macht ist aber, wie im Beitrag schön beschrieben, das Ad-Absurdum-Führen gewisser Handlungen und Denkmuster. Das Spiel mit Verharmlosung und Unwissenheit ist, in diesem Kontext, stets ein heißes Eisen. Dessen sollte man sich auch im Hinblick auf das Publikum immer bewusst sein.

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