Das Tagebuch der Anne Frank

Anne Frank wächst in einer Zeit auf, in der es schwer war, Jude zu sein. Dennoch stellt sie sich ihrem Schicksal und gibt nicht auf. Ihre Tagebücher sind heute ein viel beachtetes Zeitdokument der deutschen Nazi-Vergangenheit. Nun kommen die Schriften erstmals als deutscher Spielfilm in die Kinos: „Die Tagebücher der Anne Frank“ (Kinostart: 3. März 2016).

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Die 13-jährige Anne Frank lebt mit ihrer Familie in Amsterdam, nachdem sie bereits 1934 von Frankfurt ausgewandert sind. 1942 hat sich allerdings auch in den Niederlanden die Situation für die Juden zugespitzt. Als Annes Schwester Margot depotiert werden soll beschließen sie, einen Unterschlupf im Hinterhaus der Firma des Vaters zu beziehen. Zwei lange Jahre leben sie dort, mit vier weiteren jüdischen Flüchtlingen, auf engstem Raum und in ständiger Angst. Die Gefühle schreibt Anne Frank in ihre Tagebücher, weil sie der Nachwelt etwas hinterlassen wollte…

Die Geschichte, die erzählt wird, ist äußerst emotional. Sie zeigt die ausweglose Situation, in welcher nur die stete Hoffnung nach Frieden hilft. Diese bedrückende Stimmung herrscht während des Großteils der Spielzeit vor. Ruhige Musik und stille Momente unterstützen die Gefühle und Gedanken der Wartenden. Immer wieder werden Stellen aus den Tagebüchern zitiert, welche in Verbindung damit stehen, was gerade auf der Leinwand zu sehen ist. Mit den Eingeschlossenen warten die Zuschauer auf den Frieden und befürchten das Entdecktwerden. Anne kämpft authentisch und nachvollziehbar mit der Pubertät, die unter den Bedingungen komplizierter verläuft.

Im Gegensatz zu den Büchern endet der Film allerdings nicht mit den Geschehnissen im Hinterhaus, sondern zeigt auch in einer etwas rüden Art das Ende der bekannten Geschichte. Wer anschließend das Kino wieder verlässt wird nicht frohen Mutes sein, sondern gedanklich eher dazwischen schwanken, froh zu sein nicht in so einer Zeit leben zu müssen und bedrückt sein, dass so eine schauerliche Vergangenheit existiert. Damit ist es einfach im Grundsatz kein Film, den man sich gerne nochmal anschauen möchte und nachdem man behaupten kann, vergnügt worden zu sein – womit aber aufgrund der wahren tragischen Begebenheit des Films natürlich auch nicht gerechnet werden darf.

Fazit: Im Mittelpunkt steht nicht der Krieg, sondern die Menschlichkeit der Opfer. Zurück bleibt ein bedrückendes Gefühl.

6 von 10 Maiskörnern

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3 Gedanken zu “Das Tagebuch der Anne Frank

    1. Hallo,

      danke für den Hinweis! Allerdings ist, wenn ich richtig informiert bin, der Film aus 1959 nur eine TV-Produktion gewesen und 2015 eine Dokumentation, die ebenfalls nicht im Kino gestartet ist. Somit ist es die erste Kinoverfilmung. Aber du hast recht, die Formulierung gibt das an dieser Stelle nicht richtig an und wurde verbessert. 🙂

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