Hardcore

Der Name ist Programm, dieser Film ist wirklich „Hardcore“ (Kinostart: 14. April 2016). Der Trailer versprach im Vorfeld schon viel Geballer, Blut und Explosionen und eine sehr auffällige Besonderheit: Bilder ausschließlich in Ego-Shooter-Style.

Hardcore

Da staunt Henry nicht schlecht. Als er in einem Labor aufwacht fehlt ihm ein Arm und sein Bein kann 360-Grad-Drehungen machen. Eine weißgekittelte Frau, die sich kurz später als Henrys Frau Estelle herausstellt, erklärt ihm mit den neuen Körpererweiterungen leben zu können. Doch dann kommt der psychopathische Akan ins Spiel, der Estelle entführt, was sich Henry natürlich nicht gefallen lässt. Mithilfe des verrückten und vielseitigen Jimmy macht sich der Cyborg, und mit ihm die Zuschauer aus dessen Sicht, auf die Jagd.

Die Erste-Person-Perspektive ist man eher von Computerspielen gewohnt, doch jetzt hat der Zuschauer keine Kontrolle über den Helden. Die Idee ist zwar nicht unbedingt neu, aber bisher doch eher selten umgesetzt. Der Videospiel-Charakter wird dafür ohne Unterbrechung bis zum Ende durchgezogen. Dadurch ist man mit Henry mittendrin im Gemetzel, inklusive Blutspritzer auf der Kamera. Doch bei der durch Crowd-Funding finanzierten Produktion liegt der Fokus klar auf dieser einzigen Besonderheit der Kameraführung. Die Story und die Charaktere sind dafür sehr einfach gehalten. Rohe Gewalt, Waffen und verschiedene Kriegsschauplätze, wie in einem richtigen Ego-Shooter-Spiel, gibt es dafür genügend. Es gibt Parallelen zu Computerspielen, wo es auch weniger auf die Geschichte ankommt, sondern mehr einzig um die Handlung des Akteurs selbst.Wir fanden diese Filmidee an sich sehr interessant, nur sind das heftige Gewackel und die schnellen Kamerabewegungen auf Dauer sehr ermüdend. Bei uns war es hart an der Grenze, viele Besucher verließen den Saal sogar, wohl aus diesem Grund.

Viel zu kritisieren haben wir nicht an diesem Film, denn es fällt nicht viel auf. Vereinzelt nette Musikeinblenungen (die allerdings auch schon aus dem Trailer bekannt sind) und authentische Kulissen im russischen Moskau. Doch eben nichts, worauf man als Zuschauer bei diesem Film achten wird. Man sollte vorher genau wissen, worauf man sich hier einlässt.

Fazit: Ein Computerspiel ohne Joystick: Bei Hardcore ist man mittendrin in der lahmen und blutigen Geschichte.

5 von 10 Maiskörnern

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3 Gedanken zu “Hardcore

  1. Bei mir war die Kameraführung nicht ermüdend, sondern Übelkeiterregend… also kein Film für jemanden mit einem schwachen Magen.
    Kameraführung fand ich abgesehen davon auch nicht besonders ausgereift, es waren teilweise sehr harte Schnitte drin und teilweise wurde nicht auf das Hauptgeschehen gehalten

    Gefällt 1 Person

  2. Dieses Gewackel ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig, das stimmt allerdings. Ich denke auch, dass es noch vielen so gehen wird und ihnen schlecht wurde. Wie man sowas ohne körperliche Reaktionen aushalten kann, weiß ich auch nicht 😀
    Ich sehe den Film als Experiment, immerhin hat man noch nicht sooo viel Erfahrungen mit GoPro-Kinofilmen gesammelt hat. Dass der Fokus nicht immer auf dem Hauptgeschehen lag finde ich allerdings nicht so schlimm, weil ja der Blick von Henry imitiert wird. Und als „Mensch“ schaut man ja nicht immer nur auf das Hauptgeschehen, sondern brauch ja seine Zeit um die Action zu sehen 😉

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  3. Pingback: Kritik: Hardcore – filmexe

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