Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück

Bio-Produkte werden immer beliebter und auch nachhaltige Prinzipien verankern sich solangsam in den Köpfen der Menschen: Der gesunde Lifestyle ist in Mode. Doch wer „Captain Fantastic: Einmal Wildnis und zurück“ (Kinostart: 18. August 2016) gesehen hat, beginnt noch einmal erneut seine Konsum- und Lebensweise zu hinterfragen. Aber nervt es nicht solangsam ständig dessen belehrt zu werden?

Captain Fantastic.png

Ben und Leslie haben sich für ein Aussteigerleben entschieden. Gemeinsam mit ihren sechs Kindern leben sie als Selbstversorger im Wald, wo Ben ihnen alles über das (Über)Leben in der Wildnis beibringt und sie zudem erstklassig unterrichtet, sodass sie anderen Kindern ihres Alters intellektuell weit überlegen sind. Doch dann ereilt die Familie ein schwerer Schicksalsschla,g der sie zwingt, zumindest vorrübergehend in die Stadt zurückzukehren. Dabei machen sie gute, schlechte, schmerzhafte und herzzerreißende Erfahrungen, die letztendlich alles auf die Probe stellen.

Seinem Genre ist sich „Captain Fantastic“  wohl nicht ganz so bewusst. Trotz des Independent-Touches ist er vor allem im Verlauf der Handlung doch eher etwas für das Mainstream-Kino, denn letztendlich kann sich die Geschichte nicht zwischen Gesellschaftskritik und Feel-Good-Movie entscheiden. Obwohl es gerade zu Beginn überaus authentische und tiefgründige Szenen gibt, die zum Nachdenken anregen, verläuft besonders die Konfrontation der Familie mit der zivilisierten Welt sehr klischeehaft. So wird der Film nach und nach durchschnittlicher und die Spannung, für die durchaus Potenzial da wäre, kam leider nicht auf. Gelangweilt haben wir uns jedoch nicht, wohl auch dank einiger humorvollen Sequenzen.

Die schauspielerische Leistung von Familienoberhaupt Ben (Viggo Mortensen) ist über den gesamten Streifen hinweg sehr kraftvoll und überzeugend. Wir als Zuschauer haben mit ihm mitgefühlt, hätten aber in der ein oder anderen Situation auch gerne mit ihm über seine verherrlichende Meinung gegen unser System diskutiert. Auch die Kinder spielen sehr gut, sympathisieren und fügen sich hervorragend in das Gesamtbild der Aussteigerfamilie ein.

Fazit: Ein tiefgründiger, unterhaltsamer und zugleich berührender Film mit einer etwas skurrilen Note und einem Ende, das nicht ganz zum Film passt. Die vielen Metaphern, die in der Handlung versteckt sind, geben Impulse zum Nachdenken, ohne dabei zu belehren.

8 von 10 Maiskörnern

Ein Gefällt mir auf unserer Facebook-Seite sorgt dafür, dass du keine unserer Kritiken verpasst

Advertisements

2 Gedanken zu “Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück

  1. Ein Film den ich mir auch unbedingt ansehen möchte. Ich bin ja schon mal froh zu lesen, dass der Film nicht belehren möchte. Denn das ist meiner Ansicht nach auch die falsche Herangehensweise, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit usw. geht.

    Gefällt mir

Deine Meinung zum Film

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s