Nerve

Menschen werden durch das Verlangen nach Aufmerksamkeit und Anerkennung gesteuert. Selten war dieses Verhalten so sehr ausgeprägt, wie in der heutigen digitalen Zeit. „Nerve“ (Kinostart: 8. September 2016) ist zwar nur ein Film, doch er handelt von einer Geschichte, die in dieser Hinsicht erschreckend realistisch ist.

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Die schüchterne Vee erfährt von einem illegalen Spiel: „Nerve“. Dabei stellen anonyme „Watcher“ den „Playern“ riskante Challenges, die teilweise lebensgefährlich sind, aber von tausenden Zuschauern verfolgt werden. Vee möchte sich und ihren Freunden endlich ihren Mut beweisen und meldet sich als „Player“ an. Schnell gerät sie in einen Kreislauf, der das Spiel für sie einerseits immer interessanter, andererseits immer gefährlicher macht – vor allem seit sie an der Seite von Ian, einem „Nerve“-Konkurrenten, spielt. Doch gibt es für Vee und Ian einen Ausweg aus diesem Kreislauf oder ist bereits alles zu spät?

„Nerve“ ist ein Popcornfilm, auf den wir uns schon lange gefreut haben, weil er eine Handlung verfilmt, die einigermaßen neu ist und nicht schon 100fach auf der Kinoleinwand zu sehen war. Eben diese Handlung beinhaltet realistische Momente, hat aber in Sachen Spannung und Originalität nicht ganz unsere (hohen) Erwartungen erfüllt. Die Grundidee war recht schnell erzählt und so plätschert die Handlung ohne großartige Überraschungen so vor sich hin und ist dabei relativ vorhersehbar. Allerdings wurde „Nerve“ mit interessanten Kameraperspektiven und -einstellungen, sowie unzähligen Details verfilmt, was dazu beträgt, dass man als Zuschauer Spaß am Film hat.

Die Schauspieler spielen solide. Wir waren stets im Konflikt zwischen Sympathie und Antipathie zu den Hauptfiguren bzw. Verständnis und Unverständnis über ihr Handeln. Der Zuschauer bekommt die Macht des Internets und Social Media deutlich zu spüren und so wünscht man sich, zumindest szenenweise, eingeifen zu können. Die seichten Nebenstränge der Handlung sind wohl dafür gemacht, das große junge Publikum anzusprechen; für uns haben sie allerdings etwas erzwungen gewirkt.

Fazit: „Nerve“ ist mal etwas anderes. Zuschauen macht Spaß, auch wenn bei uns der Funke aufgrund fehlender Spannung nicht ganz übergesprungen ist.

5 von 10 Maiskörner

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5 Gedanken zu “Nerve

  1. Man kann eure Bewertung nachvollziehen und ihr seid, so wie ich es beurteilen kann, fair mit dem Film ins Gericht gegangen, allerdings muss ich sagen, dass ich „Nerve“ komplett anders gesehen habe. Ihn aufgrund der „fehlenden Spannung“ so sehr abzustrafen finde ich dann wiederrum nicht gerecht, dabei sind spannungsfördernde Mittel an jeder Ecke. Es fängt beim Schnitt an, der immer recht schnell ist und dadurch die Schwächen gekonnt überspielt. Die Kameraperspektiven sind ein Stilmittel, die ebenfalls das Interesse hoch treibt. Euer Konflikt zwischen Verständnis und Unverständnis zeigt doch auch mir, dass ihr euch mit den Figuren auseinander gesetzt habt. Auch wenn ihr euch mit den Charakteren nicht zu 100% identifizieren konntet, haben sie ihren Reiz, ihre Angriffsfläche aber auch ihre Anziehung.
    Ansonsten, wie gesagt, eine gute Kritik, die man nachvollziehen kann, am Ende aber etwas hart in der Bewertung.

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    1. Vielen Dank für deinen tollen Kommentar 🙂 Es freut uns, dass du unsere Kritik nachvollziehen kannst. Letztendlich hat „Nerve“ aber unsere Bewertung nicht nur wegen der fehlenden Spannung bekommen, sondern einfach, weil uns der Film generell nicht überzeugt hat. Auch wir haben die vielen spannungserzeugenden Elemente gesehen und hatten auch teilweise den Angstschweiß auf der Stirn, aber wir saßen nicht gebannt im Kino und konnten den weiteren Verlauf nicht abwarten. Irgendwie war es einfach zu offensichtlich und die „echte“ Spannung hat gefehlt. Dennoch hat uns der Film und vor allem die Idee ganz gut gefallen. Letztendlich spielt in die Bewertung natürlich auch immer das subjektive Gefühl mit hinein und ja, es gibt mit Sicherheit ein Publikum, dass sich zu 100% mit den Charakteren identifizieren kann.

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  2. Pingback: Filmkritik: „Nerve“ | Ma-Go Filmtipps

  3. Ich will hier mal einen generellen Kommentar abgeben.
    Ich finde euren Blog unglaublich hilfreich. Mit euren kurzen Kritiken habt ihr erheblichen Einfluss auf meine Film-für-den-ich-ins-kino-will Auswahl. (Ich gehe unglaublich gerne und viel zu selten ins Lichtspielhaus… Studentenkrankheit)
    Ihr schreibt beide relativ kurz und bündig, das heißt fast alles was ich wissen will ist dabei.
    Also ein eigennütziges Dankeschön dafür. 🙂

    ~*Plus

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    1. Vielen lieben Dank für deine netten Worte 🙂 Darüber haben wir uns wirklich sehr gefreut. Denn genau das ist es, was wir mit unserem Blog erreichen möchten und es ist umso schöner zu erfahren, dass unser Plan aufgeht. Uns persönlich waren viele Filmkritik-Blogs einfach zu lang und zu ausführlich und bei filmstarts.de weiß man nie, ob man den Filmgeschmack von XY überhaupt teilt. Wir hoffen, dir auch weiterhin eine sinnvolle Hilfestellung geben zu können.

      Viele Grüße!

      Gefällt 1 Person

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