Split

Dass Menschen, die an einer Identitätsstörung leiden, nicht zu unterschätzen sind, zeigt „Split“ (Kinostart: 26. Januar 2017). Doch ist der Film genauso unberechenbar, wie der Charakter des Protagonisten?

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Der an einer Persönlichkeitsstörung leidende Kevin kann bis zu 23 Identitäten annehmen und mit jeder Identität entwickelt er ganz bestimmte charakterliche, aber auch körperliche Eigenschaften. Unter der Kontrolle von Dennis entführt er drei jugendliche Mädchen, doch diese merken schnell, dass mit ihrem Entführer etwas nicht stimmt. Ständig begegnet er ihnen mit einer anderen Identität, mal brutaler, mal harmloser, doch irgendwie scheinen alle Persönlichkeiten etwas anderes mit ihnen vorzuhaben. Die Mädchen wittern ihre Chance in Hedwig, dem 9-jährigen, kindlichen Charakter und versuchen ihn gegen seine andere Identitäten auszuspielen. Kann das gelingen oder macht eine mögliche 24. Identität dem Plan einen Strich durch die Rechnung?

Die Idee zu „Split“ ist clever und bringt eine unbehagliche Atmosphäre mit sich, die natürlich Spannung erzeugt. Vor allem das Spiel mit den Charakteren ist sehr gefährlich und man kann nur schwer im Voraus erkennen, was gleich geschehen wird. Gelangweilt haben wir uns demnach nicht, aber richtig überzeugen könnte uns „Split“ irgendwie auch nicht. Zwar lag der Fokus schon auf der Identitätsstörung, aber dennoch wurde bei diesem Aspekt unserer Meinung nach viel Potential verschenkt. Außerdem würden wir den Film nicht als Horror einstufen, sondern ihm eher das Genre Thriller mit einem gesunden Humor zuordnen.

Schauspielerisch ist „Split“ natürlich hochinteressant. Da sind die entführten Mädchen, die uns eher an einen schrillen, klischeehaften Teeniestreifen erinnern und da ist Kevins Psychotherapeutin Dr. Fletcher, die durch ihr Alter recht einfach „professionell“ und erfahren wirkt. Bisher also alles gerade mal Durchschnitt. Doch dann ist da James McAvoy in seinen 23 (oder sind es doch 24?) Charakteren, die er überragend spielt. Die Rolle hat es verlangt, dass die Identitäten teilweise sehr schnell untereinander wechseln, ohne das eine Unterstützung durch Requisiten, Makeup oder Kleidung vorgenommen werden konnte. Doch James McAvoy hat es allein durch Veränderungen in seiner Mimik geschafft, dass wir als Zuschauer zwischen den teilweise sehr ähnlichen Identitäten sofort die Persönlichkeiten unterscheiden konnten. Bemerkenswert.

Das Ende ist recht abrupt und enthält eine komplexe Anspielung…man sollte sich an „Unbreakable“ erinnern, doch mehr wird an dieser Stelle nicht vorweg genommen.

Fazit: Die Idee hat Potenzial, doch die Umsetzung ist leider nur recht durchschnittlich, jedoch nicht langweilig! Aber es macht Spaß der schauspielerischen Leistung von James McAvoy zuzusehen.

6 von 10

 

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3 Gedanken zu “Split

  1. Saskia Heyden

    Ihr habt die Terminologie falsch verwendet, keine Ahnung ob das im Fim auch so gemacht wurde. Jedenfalls der Hauptprotagonist hat 23 verschiedene Persönlichkeiten? Dann liefert er ab wundert ausgegangen multiplen Persönlichkeitsstörung. Das Wort multipel ist hier essenziell, denn es gibt viele verschiedene Persönlichkeitsstörungen. Bei den meisten würdet ihr erstmal nichts bemerken. Genau so der Begriff Identitätsstörung. Hier ist das Wort „dissoziativ“ davor notwendig, ansonsten ist es einfach unsinniges gefasel.

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    1. Sarah

      Hallo Saskia,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Kritik.
      Wir sind keine Experten in Sachen Identitäts- und Persönlichkeitsstörungen. Schließlich schreiben wir über unterhaltsame Hollywood-Streifen und nicht über hoch komplexe spezifische Fachthemen. Wir hoffen demnach, dass uns die Leser, die wissen möchten, wie wir den Film einschätzen, diesen Fehler verzeihen – auch wenn es fachlich gesehen vielleicht „unsinniges Gefasel“ ist. Es beschwert sich schließlich ja auch nicht jeder Arzt über die doch teils sehr unrealistischen Arztserien 😉

      Viele Grüße,
      Sarah

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  2. Pingback: Kritik: Split – filmexe

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