Lion – Der lange Weg nach Hause

Ein fünfjähriges Kind verirrt sich und findet sein Zuhause erst nach 25 Jahren wieder: Diese schicksalhafte Geschichte wurde mit 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bestes adaptiertes Drehbuch) bedacht, musste sich allerdings in allen Kategorien  geschlagen geben. Was aber nicht heißt, dass der Film nicht weniger sehenswert ist: „Lion – Der lange Weg nach Hause“ (Kinostart: 23. Februar 2017).

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Weil er seine Familie bei der Arbeit unterstützen will, macht sich fünfjährige indische Junge Saroo (Sunny Pawar) von Zuhause auf. Doch er schläft in einem Zug ein, der ihn tausende Meilen weit weg bringt. Erst im westbengalischen Kalkutta kann er aus dem Zug steigen. Da er weder seinen Familiennamen noch den Namen seiner Heimstadstadt kennt, beginnt für ihn eine Odyssee, die mit der Adoption durch eine australische Familie, Sue (Nicole Kidman) und John Brierly (David Wenham) endet. Erst viele Jahre später gelingt es ihm dank modernerer Technik, die Suche nach seinen Wurzeln aufzunehmen, die er nie ganz vergessen hat.

2012 findet der nunmehr 30-jährige Saroo Brierley (Später im Film: Dev Patel) seine Heimat wieder. Lange Zeit hat er mithilfe von Google Earth versucht, die Route, die der Zug vor 25 Jahren genommen hat, nachzuvollziehen. Da es sich bei dem Film um eine Biografie handelt, ist es kein Geheimnis: Es gelingt ihm.

Die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte wird emotional und mitfühlend erzählt. Eingebettet ist die Erzählung dabei in einer authentischen Kulisse, die ihr übriges zu der Stimmung beiträgt. Einziger, mit der Authentizität verbundener, Wermutstropfen: In der ersten Hälfte des Filmes wird nur indisch bzw. bengali gesprochen. Wir sind kein Freund von Untertiteln, die ab und an doch von den Bildern ablenken. Bei englischen Filme, die untertitelt sind, kann man über diesen Text schon mal hinwegsehen. Bei Indisch muss man allerdings lesen, um der Handlung überhaupt folgen zu können.

Die Verteilung der Sprachen zeigt auch auf, wie sich in etwa der Film entwickelt: Der Verlust des Zuhauses und die Suche nach Anschluss wird lange und ausgiebig erzählt, beinahe so lange wie die spätere Suche nach den Wurzeln. Es darf aber nicht damit gerechnet werden, dass der Film einem Roadtrip ähnelt, vielmehr stehen die Gefühle im Mittelpunkt.

Fazit: Ein bunter und beeindruckender Film über einen kleinen Teil der indischen Kultur – in Kombination mit einer herzergreifenden Suche nach Heimat, getreu dem Motto „Never Give Up“

8 von 10 Maiskörner

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2 Gedanken zu “Lion – Der lange Weg nach Hause

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