Schneemann

Ein eiskalter Mörder (im wahrsten Sinne des Wortes) treibt sich in Norwegen um. Seine Ziele sind meist Frauen mit Kindern. Als Erkennungszeichen hinterlässt er nach seinen Taten einen Schneemann. Und wem das irgendwie bekannt vorkommt, der hat vielleicht Jo Nesbøs gleichnamiges Buch zum Film gelesen: „Schneemann“ (Kinostart: 19. Oktober 2017).

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Der etwas kauzige Cop Harry Hole (Michael Fassbender) übernimmt mit seiner neuen Kollegin Katrine Bratt (Rebecca Ferguson) zunächst mehrere Vermisstenfälle rund um Oslo, die irgendwie eine Gemeinsamkeit haben: Ein Schneemann. Die Frauen werden später tot aufgefunden, und so muss Hole in mehrfachem Mord ermitteln. Ähnliche Fälle entdeckt er auch in anderen Landesteilen – die dort schon Jahre zurück liegen. Doch was hat es mit den Schneemännern auf sich, was ist das Motiv hinter den Taten und wer kommt als Täter in Frage?

Jo Nesbø hat rund um den norwegischen Polizisten Harry Hole bereits eine große Serie an Büchern geschrieben: Seit 1997 widmet sich der etwas eigene Cop in den Büchern verschiedenen Kriminalfällen. „Schneemann“ ist dabei Teil 7 der Reihe. Und hier liegt schon das erste Problemchen im Film: Hole bekommt gar nicht richtig Zeit sich dem Zuschauer, der ihn nicht kennt, vorzustellen. Er ist halt einfach da. Das liegt im Übrigen nicht daran, dass die Zuschauer Filme verpasst haben: Es gibt sie einfach nicht. So fehlen einige Infos und die Hole Darstellung von Michael Fassbender wirkt etwas grotesk.

Weiter merkt man, dass sich der Regisseur Tomas Alfredson schwer damit tut, die Geschichte aus dem Buch in einer annehmbaren Film-Länge zu erzählen: Immer wieder hakt es an der Story, Logik-Lücken sind das Resultat. Das trägt auch dazu bei, dass sich die Spannung nicht richtig aufbauen kann. Aber, was immerhin recht gelungen ist, sind die eiskalten Bilder – zumindest was die Atmopshäre angeht, taugt der „Schneemann“ etwas. Blöd nur, dass einige Bilder aufgrund der sehr sichtbaren Greenscreen-Aufnahmen negativ auffallen.

Und so trottet auch dieser Krimi eher wieder so vor sich hin, nur vorangetrieben von neuen Mordfällen. Und die Ermittler trotten halt hinterher. Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen sieht anders aus. Es fehlt der Handlung einfach der Biss – und so bleibt es trotz der guten Idee von Nesbø nur bei einem durchschnittlichen Krimi. Von einem derart hochkarätigen Cast hätten wir mehr erwartet.

Fazit: Klassischer Fall von einer vermurksten Buch-Verfilmung. Elemente, die in Büchern funktionieren, gehen in gekürzter Form eben nicht immer in Büchern. Es fehlt die Leidenschaft und der Elan – und bei uns fehlt daher die Begeisterung.

4 von 10 Maiskörner

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