Liebe zu Besuch

Komödien um verzweifelte Mütter Anfang 40 liegen im Trend. Nach Bad Moms 1 und 2 kommt jetzt „Liebe zu Besuch“ (Kinostart: 23. November 2017) auf die Leinwand, der das emotionale Chaos einer alleinerziehenden Mutter im glamourösen Los Angeles verfilmt. Wäre das nicht etwas für den nächsten Frauenabend?

Liebe zu Besuch

Die zweifache Mutter Alice ist erst seit kurzem von ihrem Mann getrennt und zieht für einen Neuanfang in das alte Haus ihres berühmten Vaters nach Los Angeles. Als alleinerziehende Mutter versucht sie ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und macht sich als Innenarchitektin selbstständig. Als sie an ihrem 40. Geburtstag mit ein paar Freundinnen in einer Bar feiert, lernen sie die jungen Filmemacher Harry, George und Teddy nennen. Die Dinge nehmen ihren Lauf und schneller als sie schauen kann, wohnen die drei Jungspunde in Alice‘ Gästehaus und fügen sich immer mehr in ihren Alltag ein – eine Romanze bleibt da natürlich auch nicht aus. Doch als dann Austin, der Exmann von Alice, von dem ungewöhnlichen Männerbesuch bei seiner Familie Wind bekommt, steht dieser plötzlich vor der Tür und will seine Familie zurückgewinnen.

Mit der Erwartung einer seichten und spaßigen Unterhaltung haben wir uns auf „Liebe zu Besuch“ eingelassen. Die Handlung versprüht sehr viel von dieser rosaroten Welt, in der alles zu spielen scheint. Zwar wird die Rolle von Alice zu Beginn als verzweifelte Frau eingeführt, die vor den Trümmern ihrer Ehe steht und einen neuen Job finden muss, um die Familie zu ernähren. Doch irgendwie ist diese Problematik nicht ganz so packend ausgearbeitet, denn der schwache Handlungsstrang mit Alice’ Job und ihrer zickigen Kundin verliert sich irgendwann gänzlich und scheint auch für den Verlauf der Handlung nicht wichtig zu sein.

Reese Witherspoon spielt ihre Rolle recht gut, im Vergleich zu ihrer starken Rolle bei „Wild – Der große Trip“ ist es hier jedoch etwas verplempertes Talent. Dennoch nimmt man ihr die Rolle der 40-jährigen verzweifelten alleinerziehenden Mutter ab. Anders sieht es bei ihren Mitbewohnern aus: Während George noch recht überzeugend ist und auch an Teddy nichts auszusetzen ist, passt Pico Alexander so gar nicht in die Rolle von Harry. Unserer Meinung nach zu jung, zu geschleckt und zu unmännlich – da gäbe es wesentlich anziehendere Schauspieler für diese Rolle. Dem ist auch geschuldet, dass die Romanze zwischen Alice und Harry nicht wirklich Tiefe bekommt und der Zuschauer auch nicht emotional berührt wird. Und auch die Beziehung von Harry zu George und Teddy erlangt keine Tiefgründigkeit, sodass bestehende Konflikte nicht richtig thematisiert werden und daher leider keinerlei Spannung aufkommt. Zu guter Letzt ist da noch Austin – eher eine Witzfigur als ein stattlicher Ex-Ehemann, der um seine Familie kämpft. Dadurch war es uns zu offensichtlich, dass es Austin nicht mit der Jungstruppe aufnehmen kann.

Fazit: Schwache Handlungsstränge, ein Cast mit Luft nach oben und ein vages Ende. Dennoch haben wir uns gut unterhalten, denn „Liebe zu Besuch“ bleibt ein netter, ab und zu humorvoller Film. Nur wird er wahrscheinlich ganz schnell wieder vergessen sein. Nette Netflix-Unterhaltung am Sonntagabend ist er aber allemal.

5 von 10 Maiskörner

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