Dieses bescheuerte Herz

Ein Film mit Elyas M’Barek ist zur Zeit nun wirklich nichts außergewöhnliches. Und auch der Regisseur Marc Rothemund ist uns noch aus „Mein Blind Date mit dem Leben“ bekannt. Kann diese Kombination überzeugen? „Dieses bescheuerte Herz“ läuft seit dem 21. Dezember im Kino und erzählt eine wahre Geschichte.

Das bescheuerte Herz

Lenny ist der Sohn eines erfolgreichen Herzspezialisten und musste sich nie um Geld kümmern. Darum lebt er in Saus und Braus ohne etwas aus seinem Leben zu machen. Doch dann stellt sein Vater ihm eine Bedingung: Lenny soll sich um den totkranken David kümmern und Zeit mit ihm verbringen. Da Elyas kaum eine andere Wahl hat, willigt er ein und beginnt nach und nach sogar sich mit David anzufreunden. Doch was für eine Freundschaft kann zwischen einem 30-Jährigen verwöhnten Arztsohn und einem totkranken Teenager schon bestehen?

Der Film nimmt sofort volle Fahrt auf und hält sich nicht lange mit Einführungen auf. Elyas M’Barek verkörpert sehr hartnäckig seine rebellische Rolle und seine Null-Bock-Einstellung ist schon etwas zu offensichtlich. Das zieht sich durch den ganzen Film und betrifft auch die anderen Schauspieler. Zwar ist der Film stellenweise sehr humorvoll und keineswegs langweilig, aber diese übertrieben gespielten Szenen nehmen dem Film etwas an Charme und Glaubwürdigkeit.

Dennoch schaffen es Lenny, David und Co. den Zuschauer mitzunehmen und die Message zu verkörpern. All das passiert ohne die Krankheit lächerlich darzustellen, denn der Fokus liegt wirklich auf der Hoffnung und der Lebensfreude. Auch die „kleinen Probleme“ des Teenager-Daseins werden aufgegriffen und ernsthaft behandelt – es ist schön, dass der Film dies schafft, ohne dass man denkt, dass das doch alles unwichtig ist verglichen zur Krankheit.

Allerdings müssen wir sagen, dass wir zwar zwischenzeitlich schon gerührt waren, die ganz großen Emotionen jedoch ausblieben – was eventuell auf die teilweise mangelnde Glaubwürdigkeit zurückzuführen ist. Gut gefallen hat uns das Ende, das uns dann doch auf eine gewisse Art und Weise überrascht hat.

Ein humorvoller und netter Film über eine herzzerreißende wahre Geschichte mit etwas zu sehr gewollter Schauspielerei. Müsste man die Filme „Mein Blind Date mit dem Leben“ und „Dieses bescheuerte Herz“ vergleichen würden wir allerdings zu ersterem raten.

7 von 10 Maiskörner

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Ein Gedanke zu “Dieses bescheuerte Herz

  1. Schön geschrieben 🙂

    Ich finde, mit dem Film geht man mit deutschem Kino wieder etwas mehr in die richtige Richtung und greift eben ernsthaftere Themen an ohne dabei komplett auf Respekt und Pietät zu verzichten. Und dafür ist das doch eine wunderschöne Feel-Good-Dramödie, die im Vergleich zu anderem, was derzeit läuft, doch sehr anratsam ist ^^.

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