Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers

Auf Krampus folgt gleich der nächste und diesmal auch etwas besinnlichere Weihnachtsfilm: Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers (Kinostart: 3. Dezember 2015).

Der Film handelt, wie der Name ja schon andeutet, von Familie Cooper, die über die Feiertage zusammen kommt und somit verschiedene Generationen mit den unterschiedlichsten Problemen unterm Weihnachtsbaum versammelt sind. Was zunächst auf ein stressiges Chaos hindeutet, nimmt einen besinnlichen Verlauf.

Zu Beginn wird jedes Familienmitglied einzeln und unabhängig von den anderen eingeführt. So bekommt man einen Einblick in die Eheprobleme der Eltern, erfährt von den Job- und Liebesproblemen von Sohn und Enkel und den Minderwertigkeitsgefühlen von Schwester und Tochter. Auch über das Leben des Großvaters, der Tante und sogar des Hundes, erfährt man mehr. Erzählt wird das Ganze von einem, zunächst unbekannten, Sprecher, der die Familie gut zu kennen scheint, aber dennoch von allen in der dritten Person spricht – das ist etwas verwirrend.

Die Geschichte ist ein netter, aber sehr vorhersehbarer Klassiker, bei dem keine sonderlichen Überraschungen zu erwarten sind. Die einzelnen Schicksale der Familienmitglieder sind teilweise etwas unnötig in die Länge gezogen und für einen so stark beworbenen Weihnachtsfilm sind unserer Meinung nach zu wenige weihnachtliche Komponenten vorhanden, sodass es eher eine normale Geschichte über das Zusammentreffen von unterschiedlichen Familienmitgliedern ist. Bei einigen Szenen fehlt uns außerdem etwas die Logik.

Wer einen übertriebenen Weihnachtsmovie mit vielen Weihnachtsliedern, bunten Lichtern und überzogener Feiertagsfreude erwartet, wird etwas enttäuscht sein. Dennoch ein leichter Streifen mit ein paar netten Sequenzen und einem besinnlichen Ende. Aber vielleicht eher etwas fürs Free-TV als die Kinoleinwand.

5 von 10 Maiskörnern

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Bridge of Spies – Der Unterhändler

Europa in den 60er-Jahren: Der Kalte Krieg spitzt sich zu, die Regierungen taktieren, um möglichst entschlossen zu wirken. In diese Zeit fällt die Geschichte des New Yorker Anwalts James B. Donovan, der als Anwalt in Versicherungsangelegenheiten eine Strafsache übernimmt. Er verteidigt einen vermeintlichen russischen Spion. Nur wenig später verunglückt ein amerikanischer Pilot über sowjetischem Land. Donovan schlägt einen Austausch vor, doch keine Regierung will als Verlierer aus dem Deal herausgehen: Jeder misstraut jedem. Dargestellt wird eine wahre Geschichte, die sich, wenn man die Filmbeschreibungen betrachtet, genau so abgespielt haben soll.

In Bridge of Spies – Der Unterhändler (Kinostart: 26. November 2015) spielt Tom Hanks einen Anwalt, der eigentlich kein Held sein will, sondern sich nur der Menschheit verpflichtet fühlt. Es ist mal wieder eine Rolle, die er einfach gut ausfüllen kann: Mit seinem Blick kann nur Hanks so gut ausdrücken, dass er eigentlich niemandem schaden will. Der Film zeigt auf eindrückliche Weise ein dramatisches und chaotisches Kapitel der Weltgeschichte, die gezeichnet ist von der Angstvorstellung, dass jeden Moment ein Bombenangriff von der jeweils anderen Partei droht.
Die Szenenbilder sind aufwendig gestaltet und kommen erstaunlich realistisch rüber. Der Zuschauer fühlt sich in die Zeit des Kalten Kriegs zurückversetzt und hat einen Einblick, wie es hinter den Kulissen der so vermeintlich souveränen Regierungen aussieht. In der Gesamtheit ist der Film eine Mischung aus menschlichen Dramen, Spionagethriller und der Menschlichkeit, die trotz aller Umstände nicht verloren geht.

„Bridge of Spies“ ist ein einprägsamer Film, allerdings keiner, den man sich unbedingt mehrmals anschauen muss. Der Zuschauer fühlt mit Hanks mit, lacht auch über die Ehrlichkeit in den ernsten Situationen, es ist also kein rein statischer, faktenlastiger Film. Doch es schwingt die Trockenheit, die in dieser Zeit eben herrschte im kompletten Film mit.

Fazit: Sehenswerte und anschauliche Darstellung einer Gegebenheit, die sich durchaus so abgespielt haben könnte. Doch Hanks emotionaler Auftritt kann nicht die langwierigen Verhandlungen wettmachen.

7 von 10 Maiskörnern

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