Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn

Der fast 200 Jahre alte Klassiker Frankenstein erhält eine neue Verfilmung. Mit „Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn“ (Kinostart: 12. Mai 2016) rückt der Assistent Igor etwas mehr in den Mittelpunkt, auch wenn dennoch die altbekannte Geschichte erzählt wird.

Viktor Frankenstein

Ein namenloser, buckliger Clown (Daniel Radcliffe) wird in einem Londoner Zirkus zur Belustigung vorgeführt. Glücklich ist er damit nicht, denn seine Begeisterung liegt in der Medizin. So studiert er in seiner Freizeit Lehrbücher, doch richtig ernst genommen wird er nicht. Bis eines Tages die Artistin verunglückt, in die er verliebt ist, und er sie dank seines Wissens verarzten kann. Zufällig ist auch Victor Frankenstein (James McAvoy), ein übermotivierter Medizinstudent, im Zelt und erkennt sofort das Talent des Clowns. Er nimmt ihn auf, gibt ihm den Namen Igor und beginnt mit ihm das Projekt, ein totes Objekt dank der Elektrizität wieder zum Leben zu erwecken. Im Umfeld der beiden Wissenschaftler kommt allerdings nicht bei allen Freude über die Forschung auf.

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The Lady in the Van

Seine Nachbarn kann man sich nicht aussuchen, vor allem nicht wenn sie in einem Van in der eigenen Einfahrt leben. Um genau eine solche anhängliche, aber zugleich abweisende Nachbarin geht es im neuen Kinofilm „Lady in the Van“ (Kinostart: 14. April 2016).

Lady in the Van

Die Handlung basiert lose auf einer wahren Begebenheit, die schon als Buch und Theatherstück veröffentlicht wurde. Es geht um die ehemalige Nonne Mary Shepherd, die seit Jahren auf der Flucht vor dem Gesetz verwahrlost und zurückgezogen einem alten Van lebt. Alle paar Monate zieht sie weiter und sucht sich einen neuen Parkplatz. Nun treibt sie ihr Unwesen im Londonder Stadtteil Camden Town, bis ihr von der Stadt plötzlich das Parken auf der Straße verboten wird. Ihr derzeitiger „Nachbar“, der schizophrene Theaterautor Alan Bennett, sagt ihr zu, für ein paar Monate in seiner Einfahrt stehen zu dürfen. Aus diesen paar Monaten werden letztendlich 15 Jahre. Jahre, in denen die mürrische Miss Shepherd mit ihrer undankbaren Art und dem unangenehmen Körpergeruch, für viele Probleme sorgt, aber auch Stück für Stück ihre Vergangenheit offenbart.

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Legend

Die gefürchteten Kray-Brüder machen das London der 60er Jahre unsicher. Durch organisierte Verbrechen verdienen die eineiigen Zwillinge ihren Lebensunterhalt. Das Besondere an diesem Film: Schauspieler Tom Hardy spielt beide Brüder. Der Film „Legend“ (Kinostart. 7. Januar 2016) basiert auf dem biografischen Buch  „The Profession of Violence“, welches die Verbrecher-Karriere der echten Krays beschreibt.

Beide erlangen durch ihre skrupellosen Taten einen zweifelhaften Ruhm. Während Reggie Kray durch seine bedächtigen Planungen die Geschäfte am Laufen hält, gefährdet Ronnie das aufgebaute Imperium. Letzterer wurde erst (natürlich auf einem zweifelhaften Weg) aus der Psychatrie entlassen, wo er wegen seiner unkontrollierten Gefühlsausbrüche behandelt wird. Doch auch wenn er die Machenschaften gefährdet, kann Reggie Ronnie nicht einfach aus dem eigenen Imperium werfen, weil immerhin gehört er zur Familie.

Natürlich schaut man zuerst darauf, wie der doppelte Tom Hardy im Film rüber kommt. Und: es ist wirklich gelungen. So gibt es zwar nur wenige Szenen, in welchen beide Brüder direkt nebeneinander zu sehen sind, also in den meisten Szenen ist nur einer von beiden von vorne zu sehen, aber diese wenigen Sequenzen sind glaubhaft gemacht. Der Film selbst ist kein eiskaltes Porträt der Brüder, sondern unterhaltsam und phasenweise durch die Dialoge auch lustig. Dadurch rücken die kaltblütigen Verbrechen etwas in den Hintergrund, weshalb der Zuschauer auch mit den Brüdern sympathisieren kann. Der Film ist weniger düster, dafür zeitweise sarkastisch. Das macht ihn durchaus sehenswert, dient aber dafür weniger als Biopic.

Fazit: Kein Gangster-Porträt im klassichen Sinn, aber dafür ein sehenswerter Gangsterfilm mit finsterem Humor.

7 von 10 Maiskörnern

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