Steve Jobs

Die Öffentlichkeit kennt den visionären Apple-Gründer von seinen minimalistischen Produktpräsentationen: In Rollkragenpulli stellte er die Neuheiten auf einer nicht dekorierten Bühne vor. Das Produkt an sich sollte im Mittelpunkt stehen. Alles was hinter der Bühne passierte blieb im Verborgenen: Bis jetzt. Im Film Steve Jobs (Kinostart: 12.11.15) wird das gezeigt, was sich außerhalb der Bühne abspielte.

Michael Fassbender spielt einen herrischen, arroganten und selbstverliebten Steve Jobs, wie man ihn nicht in Erinnerung hat. Jedoch soll es tatsächlich einfach seine Art gewesen sein. Das Film-Publikum begleitet ihn von 1984 aus der eigenen Garage zu Apple, wo er zunächst scheiterte und 1998 ein fulminantes Comeback mit dem iMac hatte.

Bei Steve Jobs handelt es sich eher weniger um die Biografie des Apple-Gründers, sondern eher um eine Sozialstudie des Computer-Visionärs und zeigt die weniger glanzvollen Seiten des heute so verehrten Jobs. Weniger die Handlung, mehr der Dialog und die Psychologie steht im Vordergrund, was dem Film etwas kammerspielhaftes gibt. Schauspielerisch ist die Leistung von Fassbender bewundernswert, er schafft es ein authentisches Bild zu erzeugen. Man muss jedoch diese Form von Film mögen, sie geht schon wieder mehr in die Richtung Arthouse. Da es nicht so ganz unser Fall war haben sich die knapp zwei Stunden etwas gezogen, so lange kann man sich einfach nicht nur auf die Dialoge konzentrieren.

Fazit: Interessante Machart über einen Mann, der von vielen als „God of Computer“ angesehen wird, aber eben auch seine Schattenseiten hat. Aber zu lange und vor allem langsam.

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