Legend

Die gefürchteten Kray-Brüder machen das London der 60er Jahre unsicher. Durch organisierte Verbrechen verdienen die eineiigen Zwillinge ihren Lebensunterhalt. Das Besondere an diesem Film: Schauspieler Tom Hardy spielt beide Brüder. Der Film „Legend“ (Kinostart. 7. Januar 2016) basiert auf dem biografischen Buch  „The Profession of Violence“, welches die Verbrecher-Karriere der echten Krays beschreibt.

Beide erlangen durch ihre skrupellosen Taten einen zweifelhaften Ruhm. Während Reggie Kray durch seine bedächtigen Planungen die Geschäfte am Laufen hält, gefährdet Ronnie das aufgebaute Imperium. Letzterer wurde erst (natürlich auf einem zweifelhaften Weg) aus der Psychatrie entlassen, wo er wegen seiner unkontrollierten Gefühlsausbrüche behandelt wird. Doch auch wenn er die Machenschaften gefährdet, kann Reggie Ronnie nicht einfach aus dem eigenen Imperium werfen, weil immerhin gehört er zur Familie.

Natürlich schaut man zuerst darauf, wie der doppelte Tom Hardy im Film rüber kommt. Und: es ist wirklich gelungen. So gibt es zwar nur wenige Szenen, in welchen beide Brüder direkt nebeneinander zu sehen sind, also in den meisten Szenen ist nur einer von beiden von vorne zu sehen, aber diese wenigen Sequenzen sind glaubhaft gemacht. Der Film selbst ist kein eiskaltes Porträt der Brüder, sondern unterhaltsam und phasenweise durch die Dialoge auch lustig. Dadurch rücken die kaltblütigen Verbrechen etwas in den Hintergrund, weshalb der Zuschauer auch mit den Brüdern sympathisieren kann. Der Film ist weniger düster, dafür zeitweise sarkastisch. Das macht ihn durchaus sehenswert, dient aber dafür weniger als Biopic.

Fazit: Kein Gangster-Porträt im klassichen Sinn, aber dafür ein sehenswerter Gangsterfilm mit finsterem Humor.

7 von 10 Maiskörnern

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Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers

Auf Krampus folgt gleich der nächste und diesmal auch etwas besinnlichere Weihnachtsfilm: Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers (Kinostart: 3. Dezember 2015).

Der Film handelt, wie der Name ja schon andeutet, von Familie Cooper, die über die Feiertage zusammen kommt und somit verschiedene Generationen mit den unterschiedlichsten Problemen unterm Weihnachtsbaum versammelt sind. Was zunächst auf ein stressiges Chaos hindeutet, nimmt einen besinnlichen Verlauf.

Zu Beginn wird jedes Familienmitglied einzeln und unabhängig von den anderen eingeführt. So bekommt man einen Einblick in die Eheprobleme der Eltern, erfährt von den Job- und Liebesproblemen von Sohn und Enkel und den Minderwertigkeitsgefühlen von Schwester und Tochter. Auch über das Leben des Großvaters, der Tante und sogar des Hundes, erfährt man mehr. Erzählt wird das Ganze von einem, zunächst unbekannten, Sprecher, der die Familie gut zu kennen scheint, aber dennoch von allen in der dritten Person spricht – das ist etwas verwirrend.

Die Geschichte ist ein netter, aber sehr vorhersehbarer Klassiker, bei dem keine sonderlichen Überraschungen zu erwarten sind. Die einzelnen Schicksale der Familienmitglieder sind teilweise etwas unnötig in die Länge gezogen und für einen so stark beworbenen Weihnachtsfilm sind unserer Meinung nach zu wenige weihnachtliche Komponenten vorhanden, sodass es eher eine normale Geschichte über das Zusammentreffen von unterschiedlichen Familienmitgliedern ist. Bei einigen Szenen fehlt uns außerdem etwas die Logik.

Wer einen übertriebenen Weihnachtsmovie mit vielen Weihnachtsliedern, bunten Lichtern und überzogener Feiertagsfreude erwartet, wird etwas enttäuscht sein. Dennoch ein leichter Streifen mit ein paar netten Sequenzen und einem besinnlichen Ende. Aber vielleicht eher etwas fürs Free-TV als die Kinoleinwand.

5 von 10 Maiskörnern

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Krampus

Passend zur ersten Adventswoche kommt ein Weihnachtsfilm in die Kinos: „Krampus“ (Kinostart: 3. Dezember 2015). Aber auch wenn die ersten Szenen ein mehr oder weniger feierlich-freundlichen Film versprechen, ist es ein Anti-Feiertagsfilm.

Weihnacht, das Fest der Besinnlichkeit und der Familie. Vielerorts tritt die wahre Bedeutung allerdings immer mehr in den Hintergrund, das Konsumdenken und der Egoismus in den Vordergrund, wie auch bei Max und seiner Verwandtschaft. Die gesamte Familie kommt zusammen und nörgelt und zofft sich ohne Unterbrechung. Max gibt die Hoffnung auf ein friedliches Fest und damit den Glauben an den Weihnachtsmann auf. Deswegen macht sich dann der dunkle Schatten des Manns mit Rauschebart auf, um der garstigen Familie einen Besuch abzustatten.

An sich steckt hinter dem Film eine nette und etwas andere Idee. Im Mittelpunkt steht nicht die überzeichnete und chaotische Freude der Feiertage. Die Umsetzung lässt allerdings zu wünschen übrig. „Krampus“ tut sich schwer, die Zuschauern in Angst und Schrecken zu versetzen. Statt Angstschreie waren mehr Lachanfälle im Kinosaal über die „gruseligen“ Rächer der Weihnacht zu hören. Auch das Wetter nervt mehr, als dass es eine schaurige Atmosphäre zaubert: Dunkle Nacht und fast im Sekundentakt Blitze. Auf Dauer eine Belastung für die Augen, und das obwohl wir jetzt wirklich nicht empfindlich sind, was das angeht. Auch das große Finale am Ende konnte das Fazit wirklich nicht in die Höhe reißen.

Fazit: Nette Idee, aber mehr nicht. Die Umsetzung von Krampus an sich ist das einzige, was den Zuschauer einen Schrecken versetzt.
3 von 10 Maiskörner

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